Die halbe Welt in Budapest

Die halbe Welt in Budapest

Da heute ein ungarische Nationalfeiertag ist und deswegen das Wochenende verlängert ist, haben wir uns zu einem kleinen Ausflug nach Budapest entschieden.

Samstag, 20.10.2018

Los ging es am Samstag zuerst nach Veszprém. Dávid hatte uns nämlich angeboten, die Stadt zu zeigen, von der wir bisher eigentlich nur den Busbahnhof gesehen haben. Zuerst haben wir das Burgenviertel angeschaut, was echt schön und auch groß ist. Nach der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg wurde Veszprém detailreich wieder aufgebaut, sodass die vielen Kirchen, der Sankt-Michael-Dom und die riesigen Burgmauern toll anzusehen sind.

In Dávid hatten wir zudem einen kostenlosen Guide, der uns auch die nicht so populären Plätze gezeigt hat. Nachdem wir beim Chinesen Mittag gegessen haben, sind wir um 15:00 Uhr in den Bus nach Budapest gestiegen, wo wir zwei Stunden später ankamen. Harry wollte nicht mit nach Budapest, weshalb wir nun zu viert unterwegs waren.

Alles in einem Rucksack

Der erste Weg für uns ging zum Hostel, um dort einzuchecken und unsere Sachen zu lassen. In Mangel an einer anderen Tasche, habe ich für das Wochenende ausschließlich meinen Schulrucksack benutzt und so hat sich mein Gepäck auf Schlafsachen, eine Zahnbürste und ein Handtuch beschränkt. Dabei ist es ein befreiendes Gefühl, alle Sachen in einem Rucksack mit sich zu tragen.

Unsere Ankunft im Hostel verlief dann nicht ganz so wie geplant, da wir ca. 20 Minuten gebraucht haben, um es überhaupt zu finden. Das Hostel HomePlus hat nämlich keine Schilder oder sonstige Hinweise, sondern lediglich ein Zettel an den Klingelschildern. Dafür aber eine gute Lage, zentral an der Margit híd südlich der Margareten-Insel und den unschlagbaren Preis von 8€ pro Nacht im Achtbettzimmer. Und als arme junge Leute war der Preis das ausschlaggebende Argument… 😉

Zudem war ich ziemlich begeistert von so einer einfachen Möglichkeit, sich mit Menschen aus aller Welt zu unterhalten. In der ersten Nacht haben wir unser Zimmer mit Studentinnen aus Finnland und Kanada geteilt, die in Wien Buisiness Administration studieren und am nächsten Tag kamen dann Jungs aus Serbien, die ihren Freund in Budapest besuchen wollten.

Die Fontände auf der Margeret-Insel

Budapest bei Nacht

Am Abend unserer Ankunft haben wir Budapest bei Nacht bestaunt sowie die leuchtenden Wasserspiele auf der Margareten-Insel. Da Budapest durch die Donau geteilt ist, hat man stets einen wunderbaren Ausblick auf den jeweiligen anderen Stadtteil, was ein großes Plus der Stadt ist. Zu Abend gab’s dann Falafel im türkischen Imbiss, da es die erstens überall in Budapest gibt und zudem günstig sind. 😀

Sonntag, 21.10.2018

Am Sonntag stand dann Sightseeing auf unserem Programm. An diesem Tag hat uns Budapest mit Regen empfangen, der aber glücklicherweise im Laufe des Tages abgezogen ist. Wir haben uns dazu entschieden, an einer Free-Walking-Tour teilzunehmen, die natürlich nicht ganz free ist, da man am Ende um Trinkgeld gebeten wird, aber die Höhe kann man ja selbst entscheiden. Es war eine gute Entscheidung, daran teilzunehmen, da man so auch etwas über die Gebäude erfahren hat, die man sich anschaut. Und wieder waren Leute aus der ganzen Welt dabei z.B. aus Korea, Kanada, USA und Australien.

Während der dreistündigen Tour wurde natürlich auch Hitler und der Zweite Weltkrieg angesprochen, da diese zwei Personen, Jesus und Hitler, in jeder Stadtführung Plaz finden. Interessanterweise ist das aber ein ganz anderes Gefühl, wenn man als einzige Deutsche zwischen den Touristen ist, als in einer deutschen Gruppe. Klar, hat mich niemand schief angesehen oder dafür verantwortlich gemacht und keiner wusste, dass ich Deutschland komme, aber trotzdem hat es sich komisch angefühlt, wenn von „den Deutschen“ die Rede war.

Jüdisches Viertel

Gegen Mittag endete unsere Stadtführung an der Fischerbastei, dessen Dach wunderschön ist und von der man eine tolle Aussicht über Pest hat. Mit dem Bus ging es dann zurück über die Donau nach Pest und zur Synagoge im jüdischen Viertel, die Europas größte Synagoge ist. Das jüdische Viertel gefällt mir auch sehr gut. Es ist sehr „jung“ mit vielen hippen Geschäften, Nachtklubs, einer Street-Food Karawane und auch der Szimpla Kert befindet sich dort. Szimpla Kert ist eine Mischung aus Pub, Markt, Disco, Klub und Hinterhof in einem und wirklich sehr originell. Die ursprüngliche Idee war, aus einem alten Haus eine Kneipe zu errichten, aber mit möglichst wenig Aufwand und Geld. Deswegen wurden ausschließlich Second-Hand Gegenstände verwendet und das Ergebnis ist fantastisch. Also wenn du das nächste Mal in Budapest bist, lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch!

Aufgrund der touristischen Preise sind wir erneut beim Kebab-Imbiss gelandet. Der Verkäufer dort kommt aus Pakistan, studiert in Budapest und spricht Hindi, weshalb er und Aziza sich unterhalten konnten. Nach dem Essen sind Svetlana und Aziza zurück in das Hostel gefahren, während Gabi und ich noch ein wenig die Fußgängerzone im Zentrum erkundet haben. In Budapest gibt es wirklich alles. Ja ok, es ist die Hauptstadt von Ungarn, aber trotzdem war ich überrascht. Wir haben einen tollen Kunst-Flohmarkt entdeckt, eine chinesische Bank, einen indischen Briefmarkenverkäufer, eine englische Buchhandlung aber natürlich gibt es auch die Geschäfte, die es überall gibt.

Party, Party, Party

Zurück im Hostel haben wir dann ein wenig die Füße hochgelegt und uns mit den serbischen Jungs unterhalten. Netterweise haben sie ihren Jack Daniel’s mit uns geteilt und gegen 22:00 Uhr sind wir dann zusammen losgezogen in Richtung Szimpla Kert, da dort an diesem Abend eine Jam-Session stattfand. Im Szimpla war es sehr voll, fast nur Touristen aber trotzdem waren die Getränkepreise noch human. Das Personal ist zwar extrem unfreundlich, aber das hat unsere Stimmung nich getrübt. Leider ist keine wirkliche Tanz-Atmosphäre aufgekommen, (obwohl die Musik gut war) weshalb wir uns nach zwei Stunden auf die Suche nach einer andere Location gemacht haben, aber ohne Aziza, da sie schon müde war und zurück in’s Hostel gefahren ist. Dort ist sie auch gut angekommen. 😉

Gabi, Sevtlana und ich haben dann dank Google Maps den Instant-Club gefunden, der auch ein Volltreffer war. Nach 24 Uhr mussten wir keinen Eintritt zahlen und niemand war älter als 30 Jahre alt. Wie im restlichen Budapest ging es auf der Tanzfläche auch sehr international zu. Zusammen mit ägyptischen Studenten, türkischen Pizzaverkäufern, französischen Mädels und koreanischen Ausflüglern haben wir bis 2:00 Uhr zu „Despacito“ und „Uptown Funk“ getanzt. Nachdem ich seit einem Monat meine Abende nur in Nagyvázsony verbracht habe, war das eine schöne Abwechslung. 🙂

Montag, 22.10.2018

Trotz der langen Nacht sind wir haben Montagmorgen um 9:00 Uhr zum Schuh-Mahnmal an der Donau, das an den Holocaust erinnern soll, aufgebrochen. Dort haben wir dann den pakistanischen Kebab-Verkäufer getroffen, der uns gerne durch die Stadt führen wollte. Das war eine gute Idee, denn so mussten wir nicht mehr ständig Google Maps fragen. Also haben wir die bunte Große Markthalle besucht und danach den Géllert Berg erklommen. Von dort aus hat man eine wunderschöne Aussicht über Budapest und zum Glück war es an dem Tag sonnig mit wenig Wolken.

Bevor wir unsere Heimweg angetreten haben, wollten wir noch etwas essen und so hat uns der pakistanische Kebab-Verkäufer (leider weiß ich seinen Namen nicht) den zweitbesten Kebab in Budapest gezeigt. Der Kebab war wirklich gut, aber nach dreimal Kebab in einer Woche reicht es mir jetzt auch erstmal. 😉 Tortz allen Abstreitens, bestand der er darauf, unser ganzes Essen zu bezahlen. Die östliche Gastfreundschaft ist eben nicht so versteift wie die europäische. Während des Essens haben wir auch schon Plände für unseren nächsten Budapest-Besuch geschmiedet, denn der pakistanische Kebab-Verkäufer möchte uns noch viel mehr zeigen.

Bis zum nächsten Mal, Budapest

Danach sind wir dann zurück nach Nagyvázsony gefahren, das wir um 20:00 Uhr erreicht haben. Nach so vielen riesigen Häusern und vielbefahrenen Straßen, war es auch wieder schön, in die ruhigen Dorfstraßen nach Hause zurückzukommen

Alles in einem, war es ein sehr schöner Ausflug. Budapest ist eine tolle Stadt, da die meisten Häuser sehr hübsch mit aufwändigen Verzierungen sind. Das Parlament ist unglaublich und auch die ständige Panorama-Aussicht verleitet einen dazu, ständig stehen zu bleiben. Ich freu mich schon auf den nächsten Ausflug.

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