Ein kleiner Vorgeschmack

Ein kleiner Vorgeschmack

Von Ende und Anfang, alt und neu, Gewohnheiten und Unbekanntem und Freiheit

Nun stehe ich hier im Göttingen und höre, dass mein Zug ausfällt. Aber es fährt zum Glück ein Ersatzzug. Ich kann es gar nicht abwarten, in Budapest anzukommen und dort die anderen drei Freiwilligen kennenzulernen. Von Budapest reisen wir dann zu viert ungefähr noch 140km weiter Nagyvázsony. Da ich bisher noch nicht so viel über die Wohnung, wo wir Freiwilligen leben werden, weiß, habe ich auch noch keine genauen Vorstellungen, wie es dort aussieht aber ich werde mich überraschen lassen. Die Reise in’s Unbekannte hat auch seinen Reiz. 😉

Genau diese Lust auf Neues und Abenteuer ist auch ein wichtiger Punkt für meine Entscheidung, für ein Jahr im Ausland zu leben. Klar, in Deutschland habe ich meine Familie, meine Freunde, die Orchester, meine Hühner, mein Fahrrad, die vertraute Küche, das Klavier und all das, womit ich die letzten 18 Jahre aufgewachsen bin. Es ist zwar nicht ganz leicht, diese vertraute Umgeung zurückzulassen aber die Lust auf neue Erfahrungen überwiegt da einfach.

Und wo ich hier gerade so sitze und schreibe, fühlt es sich genauso an, wie während des Roadtrips, den meine Freundin und ich im Juli unternommen haben. Mit ihrem VW-Bus sind wir neun Tage lang durch Norddeutschland gefahren mit dem Plan, keinen Plan zu haben. Nachdem ich realisiert habe, dass das Thema Schule nun (vorerst) abgeschlossen ist, dass ich 18 bin (mit den damit verbunden Rechten & Pflichten) und das wir mit dem VW-Bus einfach mal so 500km weit fahren können, hat sich auch so ein Gefühl der Grenzenlosigkeit eingestellt. Meine Mutter sagt dazu, Abiturientin im Größenwahnsinn und da hat sie wahrscheinlich auch Recht aber dieses Gefühl kommt glaube ich, nicht so schnell wieder.

Wann hat man schon so viel Zeit, dass man aus herausgefallenen Spaghetti kurzerhand Mikado spielt?

Auch die Tatsache, dass man sein gesamtes Hab und Gut für das nächste Jahr in einem Koffer und einem Rucksack trägt, verstärkt dieses Freiheitsgefühl noch einmal. Wegschmeißen macht Spaß, wie ich beim Koffer packen gelernt habe, denn Besitz belastet. Da kann ich Minimalisten schon verstehen. Natürlich sind einige Dinge praktisch und machen einem das Leben leichter, aber viele Sachen werden aufgehoben, weil irgendwelche Erinnerungen damit verbunden werden, z.B. von Urlauben. Dabei ist es viel einfacher, im Kopf Platz für diese Erinnerungen zu haben. Etwas, dass ich allerdings auch noch lernen mus. 🙂

So, und jetzt kommt der IC und ich muss versuchen, mich irgendwie dort reinzuquetschen!

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