Mein fünfter Tag auf Sizilien: Endlich ins Meer!

Mein fünfter Tag auf Sizilien: Endlich ins Meer!

Eine Woche Sizilien

Meine italienische Mitbewohnerin Svetlana ist über Ostern nach Hause gefahren. Sie kommt von Sizilien und da wir schon oft darüber gesprochen hatten, dass ich doch mitkommen sollte, haben wir das kurzerhand so gemacht. Also habe ich vom 14.04.19 - 21.04.2019 sizilianische Luft geschnuppert.

Am Freitag war der Plan, endlich schwimmen zu gehen. Es hat mich nämlich ganz nervös gemacht, die ganze Zeit das Meer zu sehen und nicht schwimmen gehen zu können, weshalb ich mich schon sehr darauf gefreut habe. Doch zuerst mussten wir noch auf den Klempner warten, der den Boiler und das Badezimmer repariert hat und der auf italienische Art eine Stunde zu spät kam. Aber als er fertig war ging’s los und zwar erstmal zur Bäckerei, natürlich um Essen zu kaufen.

Mit Pizzaletten und Aracini beladen fuhren wir dann zu einer Stelle am Meer, deren Name ich vergessen habe und die eine Art Geheimtipp ist, da nicht viele von ihr wissen und es dort super schön sein sollte. Als wir allerdings ankamen, war das Tor zum Weg verschlossen. Es ist nämlich ein Privatweg und wir vermuteten, dass dieser nur innerhalb der Touristensaison geöffnet ist. Ein wenig enttäuscht sind wir entlang der Straße gegangen, um nach einem anderen Weg zu suchen, den wir allerdings nicht gefunden haben. Aber da gab es noch einen kleinen Fußweg, der auch privat aussah, der allerdings die einzigen Möglichkeit darstellte und dem wir aus Mangel an Alternativen gefolgt sind. Er führte durch Höfe und hinter Häusern entlang, bis er schließlich zur Küste führte. Und tatsächlich ging er auf steilen Steinstufen herunter zum Meer!

Ich war ganz von den Socken. Es sah aus wie auf Fotos in Reiseprospekten mit blauem Himmel, weißem Stein, Möwen und türkisem Wasser. Zudem war es ganz abgelegen und wir waren alleine, abgesehen von einem Fischerboot, das vorbeigeschippert ist. Einfach wunderschön. Natürlich wollte ich auch schwimmen, war aber angesichts der Felsen und der Tatsache, dass man nicht gut sieht, was unter der Wasseroberfläche ist, zuerst zögerlich. Doch der Wille und der Weg war da, sodass ich schließlich im türkisen, klaren und gar nicht mal so kalten Wasser geschwommen bin. Nachdem ich wieder trocken war, bin ich ein wenig auf den Steinen herumgeklettert, bis ich mich zu Svetlana gesellt habe und einfach nur genossen habe.

Um ca. 12:00 Uhr wollten wir noch nicht schon wieder nach Hause, sodass wir weiter östlich nach Sant’Elia gefahren sind. Auch dort war der Strand bzw. die Felsenküste super schön und wir aus dem Reiseprospekt. Im Gegensatz zur vorherigen Stelle, waren hier andere Leute, vom denen sich einige auf den Steinstufen gesonnt haben. Aber zum Glück habe ich zum Umziehen eine Nische im Fels gefunden und bin dann nach unten zum Wasser geklettert. An der Stelle in Sant’Elia war es ein bisschen besser zum Baden, da wir nämlich in einer Bucht waren und die Wellen nicht so hoch waren. Da ich natürlich die Einzige im Wasser war, haben alle anderen Leute mir gespannt zugeschaut, aber das hat meinen Badespaß nicht gestört. Genau so wie vorher war es einfach toll!

Nachdem wir sizilianisches Street Food zum Mittag gegessen hatten, ging es weiter zum Fischerdorf Porticello. Dort sind wir ein wenig am Hafen spaziert, haben uns die Schiffe angeschaut und den Fischverkäufern zugeguckt. Sehr lustig fand ich, dass um die Fischstände sehr viele Leute, insbesondere ältere Herren, herumstanden, die aber alle nur geschaut haben und nichts gekauft haben. Im Hafen wurde auch noch mal die italienische „Vermüllung“ deutlich. Der Grund des Hafenbeckens war voll mit Plastiktüten, Autoreifen und anderem undefinierbaren Abfall. Es lagen sogar zwei halb verfallene Holzboote inklusive Motor im Wasser, auf denen die anderen Schiffe einfach geparkt hatten.

Schließlich waren wir ein wenig müde von der Sonne und sind nach Hause gefahren. Später am Abend waren dann Svetlana und ihre Mutter zum Geburtstag bei einer Cousins eingeladen. Allerdings hatte nicht die Cousinen Geburtstag, sondern ihr zwei Jahre alter Sohn. Svetlanas Mutter, wie Italiener so sind, hat sich dementsprechend schick gemacht und da ich ja nur mit einem einzigen Rucksack unterwegs war, musste ich mich mit Jeans und T-Shirt begnügen. Aber so haben die Gastgeber immerhin ein authentisches Bild vom Deutschen bekommen, die sich meiner Meinung nach im Vergleich zu anderen Ländern wie Polen und Frankreich nur ganz selten hübsch anziehen.

Bevor wir aber nach Palermo zur Geburtstagsfeier gefahren sind, haben wir beim Onkel noch einen Zwischenstopp eingelegt. Er wohnt auch in einem Hochhaus, aber 2min davon entfernt besitzt er ein Grundstück, auf dem Mandarinenbäume wachsen. Svetlana wollte mir den Garten, der schon ziemlich verwildert ist, zeigen, sodass wir dorthin gegangen sind. Zwar ist die Mandarinensaison im Januar und dementsprechend schon vorbei, allerdings hangen immer noch welche an den Bäumen, die auch noch gut und ganz anders als aus dem Supermarkt geschmeckt haben. Außerdem gab es auch noch Bäume der Japanischen Wollmistel, auf italienisch „Nespa“. Ich musste das auch erstmal im Internet nachschauen, da ich die Frucht noch nicht kannte. 🙂 Sie sieht aus wie eine gelbe Pflaume, aber schmeckt wie eine Mischung aus Mirabelle und Orange. Ich finde das sehr cool, Mandarinen im eigenen Garten zu haben.

Zurück beim Onkel musste ich erstmal meine Schuhe vom Grünzeug befreien, (es war nicht die beste Idee, vor einer Feier in den Garten zu gehen) bevor wir weiter nach Palermo gefahren sind. Wieder einmal bin ich in den Genuss des italienischen Verkehrs gekommen, in dem ich glücklicherweise keinen Führerschein machen musste. Ganz entgegen meiner Erwartungen haben wir sogar noch einen Parkplatz in der Nähe der Wohnung gefunden. An der Wohnung mussten wir allerdings feststellen, dass wir uns leider im Ort geirrt haben, denn die Geburtstagsparty wurde in einem Indoor-Spielplatzkomplex, das am anderen Ende der Stadt war, gefeiert. Deswegen sind wir eine Dreiviertel Stunde zu spät gekommen, was in Italien aber natürlich nicht schlimm ist.

Die Geburtstagsfeier für den 2-jährigen Jungen fand ich ein wenig zu groß und aufgebläht, aber es war trotzdem nett. Vor allen Dingen gab es sehr leckeres Essen nämlich sizilianisches Finger Food. Um 23:00 Uhr sind dann die meisten Leute gegangen, zumal auch viele mit ihren kleinen Kindern da waren und wir haben uns auch auf den Rückweg gemacht.

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