Mein On-Arrival-Training in Budapest

Mein On-Arrival-Training in Budapest

„…being a volunterr is amazing…“

Die letzte Woche habe ich auf meinem On-Arrival Seminar in Budapest verbracht. Da diese Tage sehr vielfältig, interessant und spannend waren, wird es mir, denke ich, nicht gelingen, alles hier in Worte zu fassen, aber die Bilder sprechen auch für sich. 🙂

Insgesamt waren wir 30 EVS oder Erasmus+ Freiwillige, die alle einen Freiwilligendienst in Ungarn absolvieren sowie drei Trainers. Das Seminar fand im Central European University Residence Center in Budapest statt und hat von Montag bis Freitag gedauert.

die Aussicht von unserem Zimmer im 10. Stock

Meine erste Aufgabe bestand darin, nach Budapest zu kommen, was eigentlich kein Problem mit dem Bus ist, allerdings hatte ich mich diesmal entschieden, mit dem Zug zu reisen. Dafür musste ich erst mit dem Bus nach Veszprém und dann mit dem Zug nach Budapest. Was ich allerdings ein wenig unterschätzt habe, war die große Entfernung zwischen dem Busbahnhof in Veszprém und dem Bahnhof, der außerhalb der Stadt liegt. Also musste ich mich Rucksack, einem anderen Beutel und Ukulele ein wenig rennen, in 60 Sekunden auf Ungarisch ein Ticket kaufen und das richtige Gleis finden. Kurz nachdem ich dann in den Zug gesprungen bin, ist er auch losgefahren. Das triumphierende Gefühl, den Zug noch erreicht zu haben, war dann jedoch schön, es auszukosten. 😉

Im Konferenzzentrum angekommen, gab es dann erst einmal Mittagessen für alle und danach ein paar Kennlernspiele, die echt Spaß gemacht haben. Leider (wie ich finde) waren wir zehn Deutsche und für mich war es die ersten Tage seltsam, Deutsch zu sprechen. Daneben waren noch Freiwillige aus Italien, Spanien, Türkei, Frankreich, Österreich, Rumänien und Polen dabei. Die meisten wohnen in Debrecen und Pécs, zwei große Städte in Ungarn und ich war einer der wenigen, deren Projekt in einem Dorf ist.

Das Programm hat mir gut gefallen und auch die Tatsache, dass die Trainers immer wieder betont haben, dass das Programm jederzeit nach unseren Wünschen veränderbar ist. Generell war es nicht so formal wie in der Schule, sondern es wurde viel in Workshops gearbeitet und auf Grundlage der Partizipation der Teilnehmer.

Zwischen den Workshops gab es jeden Tag natürlich die üblichen Essenspausen, aber auch kleine Pausen mit leckeren Snacks vom Hotel und gute „Energizer“, kleinen Spielen zum Wachwerden.

Wir haben viel über den Youthpass (ein Zertifikat für Erasmus+ Freiwillige), key competences (Schlüsselkompetenzen), Konfliktmanagement und das EVS-System gelernt. Zum Beispiel haben wir mit den Richtlinien für einen EVS Activity gespielt, d.h. jeder musste Abschnitte der Richtlinien pantomimisch darstellen, zeichnen oder erklären. Ein anderes Spiel war „Lazy Ludwig“, bei dem wir als Gruppe versuchen mussten, so lange wie möglich einen der Trainer laufen zu lassen. Dabei sitzen alle auf einem Stuhl, nur einer ist frei, auf den sich der Trainer setzten kann. Das Ziel ist es, durch das Wechseln der Plätze, den Trainer am Hinsetzten zu verhindern. Das hört sich erst einmal einfach an, es ist aber sehr schwer, doch am Ende haben wir es nach 40 Minuten geschafft. Genauso interessant fand ich ein Spiel, bei dem es um eine Rezeption geht, bei der aber der Rezeptionist und der Gast nicht dieselbe Sprache sprechen. Trotzdem müssen sie versuchen, miteinander zu kommunizieren, was unfassbar lustig war.

Am Mittwoch ging es dann um ein eigenes Mini-Projekt. Zuerst haben wir ein theoretisches Beispiel geplant und dann wurde es realistisch. Unsere Aufgabe war es nämlich, jeweils in drei Gruppen, in Budapest den EVS zu promoten. In meiner Gruppe haben wir dafür einen kleinen Song geschrieben, den wir dann in den Straßen von Budapest gesungen haben, natürlich mit der Ukulele, die sich dafür als sehr praktisch erwiesen hat. 😉 Daraus stammt auch der Refrain „being a volunteer is amazing“.

auf dem Weg in die Budapester Innenstadt

Die anderen Gruppen haben sich einen Tanz-Flashmob und einer Art Europa-Twister ausgedacht. Der Erfolg dieser Projekte war jedoch eher mäßig, da Promotion immer sehr schwierig ist und wir in Budapest entweder Touristen mit wenig Zeit oder Einheimische mit wenig Englisch getroffen haben. Dennoch hat es viel Spaß gemacht und wir haben alle etwas daraus gelernt.

Danach haben wir eine Stadtralley durch Budapest gemacht und haben am Abend das ein oder andere Bier im Szimpla getrunken. Mit so einer großen Gruppe von 30 Leuten finde ich es oft anstrengend sich zu einigen, allerdings sind die Optionen für einen Pub oder eine Bar mit so vielen Leuten auch relativ beschränkt. 🙂

https://www.whatihavelearnedteaching.com/wp-content/uploads/2015/09/SMART-GOals-4.pngNach dieser langen, lustigen Nacht, ging es dann am Donnerstag weiter mit der Auswertung unserer Mini-Projekte und der Frage, wie man ein Ziel definiert. Dafür haben uns die Trainer eine, wie ich finde, sehr gute Technik erklärt und zwar die SMART-goal Technik. Dazu muss ein „gutes“ Ziel alle fünf Kriterien erfüllen, die du auf dem Bild sehen kannst.

Am Abend bekamen wir Besuch von einem Paar, das ungarischen Volkstanz tanzt und uns auch ein wenig davon beigebracht hat. Für mich war das der beste Abend, das Tanzen hat echt Spaß gemacht (es war auch ganz schön anstrengend) und danach haben wir noch ein wenig unsere eigene Party gemacht. 🙂

Am letzten Tag ging es dann um unsere Zukunft, welche Pläne wir für unseren EVS haben, wie und mit wem wir diese umsetzten wollen und ob diese Pläne SMART sind. Danach war „Reflexion Time“ angesagt und schließlich gab es vor dem Mittagessen noch eine Abschlussrunde.

Nachdem wir Mittag gegessen hatten, musste ich mich ein wenig beeilen, um rechtzeitig den Zug am Keleti palyudvar nach Kéked zu erwischen…

 

Alles in einem…

 

… habe ich viel von meinem On-Arrival Seminar mitgenommen: viele neue Freunde, das Gefühl nicht alleine zu sein, Möglichkeiten woanders zu übernachten, Gesellschaft zum Reisen sowie viel Input.

Ich habe gelernt, auf Englisch zu diskutieren und zu philosophieren, Ziele zu definieren, zuzuhören, eine Gruppe anzuleiten und vor allen Dingen mal über mich selber nachzudenken.

Ich freue mich schon aufs Mid-Term Training im März.

 

 

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