Mit Tuba und Orgel zum Bundeswettbewerb von Jugend musiziert

Mit Tuba und Orgel zum Bundeswettbewerb von Jugend musiziert

Dies ist der Artikel aus der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 18. April, indem es hauptsächlich um den Bundeswettbewerb Jugend Musiziert geht aber auch schon auf mein Benefizikonzert verwiesen wird.

Hildesheim – Beide spielen ein Instrument im Werte eines Kleinwagens, das man nur schwer transportieren kann. Am Anfang hatte Paula Gehrs also eine Tuba in der Schule und eine Zuhause: „Ich musste also nur das Mundstück hin- und hertragen“, lacht die 17-Jährige.

Mit den Pfeifen der Domorgel war das schwieriger. Also kaufte sich Matthias Klimanek mit Unterstützung seines Vaters eine digitale Orgel für Zuhause zum Üben. Und das hat sich bezahlt bemacht: Matthias und Paula haben sich im Landes- und Regionalwettbewerb von Jugend musiziert an die Spitze gespielt und nehmen nun im Mai in Lübeck am Bundeswettbewerb teil.

Für die 17-jährige Paula ist das nicht das erste Mal: Die zierliche Abiturientin macht zum vierten Mal mit bei Jugend musiziert. 2016 schaffte sie es als Duo und 2017 mit einem Quintett bis in den Bundeswettbewerb. Vergangenes Jahr erspielten sich die fünf Musiker dort sogar einen 1. Preis. Aber der muss es gar nicht sein, lacht Paula: „Der Spaß steht im Vordergrund.“

Ein Ziel, für das man übt

Für sie ist die Teilnahme „ein Ziel, wofür man üben kann“. Begonnen hat Paula Gehrs mit dem Instrument, weil sie die Bläserklasse des Goethegymnasiums besucht hat. „Das tiefe Blech fand ich cool.“ Und auch die Größe: Selbst heute noch reicht die Tuba mit ihrem einen Meter der 160 Zentimeter langen Paula bis zum Bauchnabel. „Die Jury hat schon mehrfach kritisiert, dass sie mich hinter dem Instrument nicht sehen kann“, lacht Paula. Denn beim Spielen sitzt sie.

Seit sechs Jahren hat die begeisterte Hühnerhalterin aus Nettlingen Einzelunterricht bei Volkmar Dietrich an der Musikschule, zusätzlich drei Mal die Woche Proben mit verschiedenen Orchestern. „Ein großes Lob an die Musikschule, dass sie so viel möglich macht.“ Zum Beispiel auch ihr Benefizkonzert am 24. Juni um 17 Uhr im Konzertsaal an der Waterloostraße. Mit Freunden und Orchestern wird für einen guten Zweck und für Paulas Jahr in Ungarn aufgespielt: Dort arbeitet sie im Europäischen Freiwilligen Dienst in einem Kinder- und Jugendzentrum. Und will zum Beispiel ausprobieren, ob ihr eine Zukunft als Musiklehrerin liegen könnte. In ihrem Internetblog paulasblog.de will sie von ihren Erfahrungen berichten.

Auf der Bühne am besten

Besonders aufgeregt sei sie bei Jugend musiziert nicht: „Ich hab das Glück, dass ich auf der Bühne besser bin als beim Üben.“ Jeweils 45 Minuten probt sie pro Tag Tuba und Klavier. Zur Zeit folgen dann drei Stunden für das Abitur: „Ich tue viel, aber es macht mir Spaß.“

Bei Matthias Klimanek ist viel Ehrgeiz im Spiel. Er will gewinnen, auch beim Bundeswettbewerb. Eine Stunde Üben täglich ist immer drin. Der 16-Jährige ist mit zehn Jahren auf dem Klavier gestartet. Dabei galt sein Traum seit dem 4. Lebensjahr und einem Besuch beim festlichen Nachspiel zu Weihnachten im Dom der Orgel: „Die ist mächtig und so viel spannender.“

Seit drei Jahren hat der Josephiner jetzt Unterricht bei Domkantor Stefan Mahr. „Ein guter Lehrer, wo es mir richtig Spaß macht.“ Und vieles habe sich angeschlossen: So spiele er im Gottesdienst, in der Mittagsmusik, gebe Konzerte und singe im Kammerchor des Doms.

Technische Herausforderung

Die Anmeldung zu Jugend musiziert hat der Zehntklässler als Herausforderung angenommen, „technisch und musikalisch schwere Stücke“ zu üben. Aber auch als Chance, andere Leute kennenzulernen und als Leistungsvergleich: „Ich bin sehr ehrgeizig, was die Orgel angeht.“ Und es habe ja auch super geklappt: Sein Ziel war, in den Landeswettbewerb zu kommen: „Alles andere war Bonus.“

Und nun der Bundeswettbewerb: Die Eltern sind zur Unterstützung dabei, der Vater hilft bei der Registrierung und beim Umblättern: „Überlebenswichtig“, ist Matthias froh. Auch die Aufregung habe sich gelegt: „Ich weiß jetzt ja Bescheid.“

Und wenn er es denn mit einem 1. Preis schaffe, dann zieht der 16-Jährige auch ein Studium der Kirchenmusik in Betracht. „Immerhin gehöre ich dann ja zu den besten Organisten in Deutschland.“

Veröffentlicht von Martina Prante am 18. April 2018.

Quelle: https://www.hildesheimer-allgemeine.de/news/article/mit-tuba-und-orgel-zum-bundeswettbewerb-von-jugend-musiziert.html

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