Paprika – eine Grundlagendiskussion

Paprika – eine Grundlagendiskussion

Da ich gestern mit der italienischen Freiwilligen Louie 30 Minuten lang über das Thema diskutiert habe, denke ich, dass der Begriff „Paprika“ einen Artikel wert ist.

Was kommt dir als erster in den Sinn, wenn du an Paprika denkst? Zumindest ich denke als erstes an die Gemüsepaprika, die es verschiedenen Farben gibt und, noch viel wichtiger, die nicht scharf ist. Um Missverständnisse zu vermeiden, hier ein Bild davon.

Der oder die Paprika

Die erste Verwirrung kommt schon gleich mit dem Artikel. Für mich war es seit jeher die Paprika und ich war erschrocken, als den Kindern in der Schule der Paprika beigebracht worden ist. Doch ein Blick in den Duden belehrte mich, dass der maskuline Artikel richtig ist. Wer hätte das gedacht?! Trotzdem werde ich hier weiterhin den femininen Artikel benutzen, da „der“ für mich einfach falsch klingt. 🙂 Hängt man allerdings das Wort „Schote“ dran, dann wird es die Paprikaschote…

Paprika vs. Paprikaschote

Hier kommen wir zu einem weiteren Punkt, wo denn der Unterschied zwischen Paprika und Paprikaschote ist. Die Antwort ist: es gibt keinen Unterschied. Da die Paprika zu der Familie der Schotengewächse gehört, ist sie automatisch eine Schote und in dem einem Begriff ist das Wort „Schote“ enthalten und in dem anderern eben nicht.

Paprika in anderen Sprachen

Jetzt wird es erst richtig verwirrend. Wenn man auf englisch „paprika“ sagt, dann ist meistens das Paprikagewürz gemeint. Allerdings wird dabei noch nicht spezifiziert, ob es sich dabei um das süße oder scharfe Paprikagewürz handelt. Die Gemüsepaprika bedeutet auf Englisch jedoch „pepper“. Allerdings bedeutet „pepper“ gleichzeitig auch Pfeffer, deswegen kann man, um ganz zu gehen auch „sweet pepper“ zu der Gemüsepaprika sagen. In Italien benutzt man das Wort „paprika“ hingegen, um Peperoni zu bezeichnen. Wenn man allerdings in Amerika eine Pizza mit Paprika bestellt, bekommt man eine Pizza mit Peperoni… Und für die Italiener ist Peperoni die Gewürzpaprika.

Und in Ungarn?

Nach dem Klischee ist Ungarn natürlich bekannt für Paprika. Die gute Nachricht: Paprika heißt „paprika“. Und das gilt für die Gemüsepaprika, sowie für das Gewürz. Für das Gewürz gibt es eine endlose Auswahl und mehrere Stufen des Schärfegrades:

  • Különleges (edelsüß und mild)
  • Csípősmentes csemege (Feinkost ohne Schärfe)
  • Csemege paprika (Feinkost Paprika)
  • Csípős csemege (Feinkost, würzig)
  • Édesnemes (edels mit milder Schärfe)
  • Félédes (halbsüß)
  • Rózsa (rosig)
  • Erős (scharf, stark)

Als Gemüsepaprika sind hier gelbe, länglich Paprika, die keinen besonders starken Eigengeschmack haben üblich und ehrlich gesagt finde ich die nicht so lecker. Die rote, für mich normale Paprika gibt es im großen Supermarkt in Veszprém, aber ich habe noch nie jemanden gesehen, der rote Gemüsepaprika gekauft hat. Dahingegen ist das perfekte Frühstück für die Ungarn Kifli (Hörnchen aus weißem Mehl) mit Butter, Salami und gelber Paprika…

3 Gedanken zu „Paprika – eine Grundlagendiskussion

  1. Reading this one in English with the built-in translation just makes it more confusing :)))
    The not so tasty, yellow kind (in the last paragraph) is probably the one to cook with.

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