Pferdestärken und Piknik-Kino

Pferdestärken und Piknik-Kino

Vom 18. bis zum 20. August war in Nagyvázsony das letzte Dorffest, was ich noch miterleben konnte, bevor ich zurück nach Hause fahre. Das nächste Event ist dann wieder das Erntefest im Oktober, das ich schon letztes Jahr erlebt habe. Der Anlass für die Veranstaltungen ist der heutige ungarische Nationalfeiertag, der Tag der Staatsgründung, an dem im ganzen Land schon seit dem 19. August Feierlichkeiten stattfinden, am meisten natürlich in Budapest.

Tag der Pferdestärken

Fotogalerie

Mehr Fotos vom Wettbewerb kannst du auf dem Facebook-Profil des Fotografen aus Nagyvázsony sehen. Einfach auf das Bild oben klicken.

In Nagyvázsony ging es allerdings schon am 18. August los und zwar mit dem alljährlichen „VIRTUS – Lóerők napja“ Tag der Pferdestärken. Hauptprogrammpunkt war der Pferdegespannwettbewerb. Dabei müssen die Kutschen einen abgesteckten Parcour in möglichst kurzer Zeit abfahren und der Schnellste gewinnt. Das ganze hat auf dem Gelände des neu gebauten Pferdezentrums am Ortsrand stattgefunden. Ab 10:00 Uhr begann die Anmeldung für die Teilnehmer und um 13:00 Uhr startete der Wettbewerb, der in zwei Kategorien „C“ und „D“ geteilt war.

Wir haben uns die Kategorie „C“, in der kleine Kutschen angetreten sind angeschaut sowie die Siegerehrung dieser Kategorie. Da Pferde in dieser Gegend und auch in ganz Ungarn eine sehr große Rolle spielen, waren viele Teilnehmer am Start. Es war interessant, dem Rennen zuzuschauen, allerdings war es wieder sehr heiß geworden, sodass wir auf dem Feld ohne Schatten ziemlich geschwitzt haben und ein wenig früher wieder nach Hause gegangen sind.

Filme unter freiem Himmel

Nachdem wir uns zu Hause wieder abgekühlt hatten, meine Haare im Garten geschnitten haben, (keine Sorge, nur die Spitzen! :D) wollten Louie und ich gerne schauen, wie das Piknik Kino aussieht. Also habe wir das Fahrrad genommen und sind runter zur Burg gefahren, wo nebenan die Leinwand aufgebaut war. An diesem Abend sollte Mamma Mia! vorgeführt werden, den ich zum erste Mal ebenfalls in Ungarn gesehen habe, nämlich bei Frauke, die ich zwischen Weihnachten und Silvester besucht habe. Eigentlich kostete das Piknik Kino Eintritt, allerdings nicht für die Einwohner Nagyvázsonys und da wir erst ab der Hälfte des Films ankamen, war auch keine Kontrolle mehr.

Die Atmosphäre fand ich toll! Das Wetter war perfekt, nur zum Schluss war es kühl und es waren viele Zuschauer gekommen, die es sich mit Piknikdecken und Campingstühlen auf dem Grashügel bequem gemacht hatten

Louie und ich haben den Film bis zum Ende gesehen, der natürlich auf Ungarisch ohne Untertitel war, aber ein Großteil des Films besteht ja aus Liedern, die in der Orginalsprache Englisch gesungen wurden. Doch auch das Ungarische habe ich teils verstanden, zumal ich wusste worum es in dem Film geht und das ist eine echt gute Übung, um Ungarisch zu lernen.

Kneipenkonzert in Nagyvázsony

Als der Film zu Ende war, sind Louie und ich noch ein wenig Fahrrad durchs Dorf gefahren und haben noch eben bei der Dorfkneipe vorbeigeschaut, denn dort war am selben Abend auch noch ein Konzert der Gin Tonic Band. Sie waren zwar musikalisch arg verbesserungsfähig, aber die Stimmung war sehr gut, ähnlich wie bei der Retro Disko im Dezember. Da wir uns jedoch nicht von jedem älteren betrunkenen Mann aus dem Dorf ansprechen lassen wollten, sind wir nicht lange geblieben.

Dorftag in Küngös

Der nächste Tag, Montag, war ein Brückentag und für viele Menschen ebenfalls arbeitsfrei. Für mich stand ein Orchesterkonzert, mein letztes mit dem ungarischen Orchester, an und zwar in Küngös einem kleinen Dorf östlich von Veszprém. Jedes Jahr spielt das Orchester auf dem Dorftag, an dem auch schon die Staatsgründung gefeiert wurde. Es gab ein buntes Programm im Garten des Gemeindehaus mit Aufführungen des Dorfchores, des Seniorenklubs, der Gitarrengruppe sowie Essen, Trinken und Hüpfburgen.

Doch bevor wir nach Küngös gefahren sind, haben wir uns zu einer kurzen Probe in der Musikschule getroffen. Kurzfrisitg war der Dirigent verhindert, sodass die Organisatorin des Orchesters, die Oboenlehrerin ist, dirigieren musste. Außerdem hieß es auch, das wir marschieren werden, etwas, was ich bisher noch nie gemacht habe und worum ich bisher immer drumherum gekommen bin. 🙂 Doch einmal ist immer das erste Mal! Es hat auch Spaß gemacht, doch es ist alles andere als einfach, vor allem da die Tuba mit jedem Schritt schwerer wird. Zum Glück habe ich in der Musikschule noch einen Gurt für die Tuba gefunden, ansonsten hätte das gar nicht geklappt. Was ich ebenfalls unterschätzt hatte, dass man aufgrund der Noten gar nicht sieht, wohin man marschiert. Da ich am äußere rechten Rand gelaufen bin, wäre ich viermal fast gegen ein Auto maschiert! Zudem kommt, dass man während man versucht, den Takt zu halten, auf die Noten zu schauen, zeitgleich auf den Weg zu achten, den linken Fuß auf die 1 und 3 nach vorn zu setzten, nach links auf die eigene Reihe zu schielen auch noch einen mehr oder weniger schönen Ton produzieren sollte. Doch das stand bei mir zu dem Zeitpunkt an letzter Stelle…

Nachdem wir mitsamt der Gemeinde von der Kirche zum Gemeindehaus marschiert sind, begann unser kleines Konzert, nun allerdings im Sitzen. 🙂 Später haben wir alle etwas gegessen und ich habe mich vom Orchester verabschiedet, denn das war unser letztes Treffen. Danach bin ich mit Leila und Evelin nach Hause gefahren, dennvom 19. auf den 20. August habe ich bei ihnen übernachtet, da ich mich auch von ihnen verabschieden musste.

Ungarische Herzlichkeit

Wir hatten Glück, dass Leilas Freund nach Küngös gekommen ist, sodass wir mit ihm zurückfahren konnten, er fährt nämlich schon Auto. Evelin und Leila wohnen zusammen mit ihrer jüngeren Schwester, ihren Eltern und ihrem vier Monate alten Hund im Nachbardorf Pula in einem sehr schönen große Haus. Zum Abendessen wurde typsich ungarisch draußen über dem Feuer gekocht, was sehr lecker war und später sind wir erneut zum Kino nach Nagyvázsony gefahren, um den Film A Star is Born zu schauen.

Heute habe wir ausgeschlafen und sind erst um 10:00 Uhr aufgestanden, etwas was ich gar nicht mehr gewohnt bin, da ich seit dem Beginn der Sommerferien meistens um 7:00 Uhr aufstehe. Wir haben gefrühstückt und dann der Mutter bei der Pfannkuchentorte geholfen. Um 11:30 Uhr habe ich schließlich den Bus zurück nach Nagyvázsony genommen, aber natürlich nicht, ohne voll beladen mit Essen aus dem Haus zu gehen. Die Mutter hatte mir eine Box voller gefüllter Pfannkuchen, Suppe, Pfirsische, Aprikosen, Birnen und Marmeladengläser mitgegeben, worüber ich mich total freue. Diese ungarische Gastfreundschaft ist enorm herzlich und ebenso ist es diese Familie.

Geburtstag von Ungarn

Heute ist ein ungarischer Nationalfeiertag, an dem an die Staatsgründung durch den ersten König Stephan gedacht wird. Neben dem 15. März und dem 23. Oktober dieser Tag wohl der wichtigste Gedenktag… hier geht’s weiter

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