Prächtiges Passau

Prächtiges Passau

Seit zwei Wochen ist vorlesungsfreie Zeit, die Klausuren sind nun auch vorbei und ich kann mich auf meine Semesterferien freuen. Da ich keine Hausarbeit, keinen Essay o.Ä. schreiben muss, kann ich sogar von echten Semesterferien sprechen, die ich nun zwei Monate lang genießen kann.

In der ersten vorlesungsfreien Woche habe ich drei Klausuren geschrieben und war wie alle meine Kommolitonen*innen den ganzen Tag mit Lernen beschäftigt, wodurch man sich nach der Klausur gefragt hat, was man auf einmal mit der vielen Zeit anfangen soll. Doch natürlich habe ich schon eine lange To-Do Liste mit Ideen für meine Semesterferien, darunter zum Beispiel als EuroPeer in meiner ehemaligen Schule über meinen Freiwilligendienst berichten, mich für ein Stipendium bewerben oder wieder mehr Klavier spielen.

Da für die meisten in unserem Freundeskreis vergangene Woche schon die letzte Klausur war, haben wir eine Klausuren-(Fast)-Vorbei-WG-Party gefeiert, die auch recht ordentlich war. Die freie Zeit haben wir zusammen ausgenutzt und sind zum Beispiel zum Veste Oberhaus spaziert, haben gebruncht, zusammen GNTM geschaut, Spätzle gekocht (Titelbild) und sind gemeinsam ins Kino gegangen. Am Dienstag waren wir bei einer Wahlkampfveranstaltung der Grünen, die Claudia Roth zum „Townhall Talk“ eingeladen haben, zusammen natürlich mit den Spitzenkandidaten der Grünen für den Stadt- sowie Landrat. Am 15. März ist nämlich Kommunalwahl in Bayer, weshalb die Stadt schon voll mit Werbeplakaten hängt. Der „Townhall Talk“ mit Claudia Roth fand in einer Gaststätte im Passauer Stadteil Hals statt, die für nicht-motorisierte Leute eher suboptimal war, da der letzte Bus zurück in die Stadt um 19:30 Uhr abgefahren ist. Blöd, dass die Veranstaltung erst um 19:00 Uhr begonnen hat, aber wir sind dann die 2km zurück zu Fuß gelaufen. Davor sind wir noch zur nahegelegenen Ilzschleife gelaufen, die Stelle, an der die Ilz eine auffällige Schleife macht und nur einige Meter an sich selbst vorbei fließt. Als Studenten*innen, deren Alltag sich normalerweise zwischen Uni, Wohnort und Supermarkt abspielt, ein echtes Highlight und wir waren doch alle erstaunt, wie viel mehr Passau doch ist, als nur der Dom und der ZOB. 🙂

Der „Townhall Talk“ mit Claudia Roth war spannend, außer dass Frau Roth, wenn sie sich einmal in Fahrt geredet hat, nicht wieder so schnell aufhört, was manchmal ermüdend war. Auch die Beiträge der Oberbürgermeisterkandidatin und der Landratskandidaten interessant, aber da wir alle unseren Zweitwohnsitz in Passau angemeldet haben, sind wir leider von der Wahl ausgeschlossen. Ein Besuch war es dennoch wert!

Ich freue mich, nun in der enstpannteren Zeit wieder ein wenig mehr von Passau entdecken zu können z.B. waren wir zum Brunchen bei einer Freundin, die in Passau Neustift wohnt, ein Stadtteil, der 6km vom Zentrum entfernt liegt. Während sechs Kilometer in München keine Entfernung darstellt, sind sechs Kilometer für Passau schon Grund für erstaunte Gesichter und die Frage „Warum wohnst du denn da?“. So ähnlich ergeht es mir im Wohnheim auch, aber Neustift ist schon nochmal eine Ecke weiter. Doch nun haben wir auch mal diese Ecken von Passau gesehen.

Nach dem ersten Semester ist es auch an der Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Das Studium an sich gefällt mir bisher sehr gut, so auch die Uni und über die Wahl der Stadt bin ich besonders glücklich. Ich denke nicht, dass ich in einer Großstadt glücklich geworden bin, zumal eine kleinere Stadt bzw. Passau viele Vorteile mit sich bringt. Natürlich ist das alles eine Ansichtssache, aber für mich sind das alles Vorteile:

  • kurze Wege: Wie gerade schon erwähnt, ist in Passau fast alles fußläufig zu erreichen und wenn nicht, dann nimmt man das Fahrrad
  • kleine, heimilige Stadt: Etwas, was mir besonders gut gefällt ist, dass man in der Stadt, in der Uni und beim Feiern immer bekannte Leute trifft, die man aus Vorlesungen, Kurse oder Hochschulgruppen kennt. Manche mögen das nicht, aber ich finde das klasse!
  • niedrige Miete und Semesterbeiträge: Ich zahle fünfmal weniger Semesterbeitragsgebühren als die Studierenden in Hannover. Gut, in Niedersachsen beträgt die Hälfte das ÖPNV-Ticket, das wir nur für die Stadt Passau besitzen, dennoch ist das ein enormer Unterschied. Auch kann man in Passau günstig wohnen, gerade in den Studentenwohnheimen, aber auch die WGs sind nicht so überteuert wie in München.
  • Wald in der Nähe: Da ich 5km außerhalb des Zentrums wohne, bin ich in 10min im Wald. Natürlich ist es schon nervig, dass der Weg in die Uni weiter ist und besonders dass der letzte Bus nach Hause um 23:30 Uhr fährt. Aber gerade jetzt, wo der Frühling langsam kommt, freue ich mich, so nah am Wald zu wohnen und nehme dafür gerne längere Wege in Kauf. Zudem fahre ich gerne Fahrrad.

Das sind nur einige Gründe, warum es mir in Passau bislang so gut gefällt. Dagegen stehen auch einige Gegenargumente wie zum Beispiel die Öffnungszeiten (obwohl das halt Bayern ist), der viele Nebel oder die abgeschiedene Lage innerhalb Deutschlands. Doch trotzdem bin ich von den Vorzügen überzeugt und auch nicht nur ich, sondern auch einige andere: www.jetzt.de/meinetheorie/ich-bin-kein-berliner. Ein guter Überblick gibt auch der Studentenatlas der SZ, den du dir hier anschauen kannst: www.sueddeutsche.de/bildung/studium-in-passau-die-mit-dem-wolf-tanzen

Leider habe ich bisher noch nicht viele echte Passauer oder Passauerinnen getroffen, da die meisten in meinem Studiengang aus ganz Deutschland kommen. Doch diejenigen, die ich getroffen habe waren freundlich, auch wenn ich sie nicht immer verstanden habe (Bayern halt…). Dass das nicht immer so war, habe ich erst vor Kurzem erfahren, doch durch das Hochwasser 2013 hat sich das Image der Studenten*innen stark verbessert. Hier ist auch ein interessanter Artikel der Zeit Campus über die Universität Passau https://www.zeit.de/entdecken/reisen/merian/universitaet-passau-inn-ruf-campus-mensa-nikolakloster/komplettansicht

Bisher bin ich also mit meiner in Ungarn getroffenen Entscheidung, nach Passau zu ziehen, zufrieden und wir alle freuen uns noch mehr auf den Sommer, der Passau in eine lebendige, heimilge, toursitische, ostbayrische Stadt mit südeuropäischen verwandeln soll. Ich bin schon gespannt…

Ein Gedanke zu „Prächtiges Passau

  1. Oh, da lobt das Hamburger Verlagshaus die Stadt ja weit über den grünen Klee hinaus, eine wahre Lobeshymne auf Passau und die Uni!!! Es nützt alles nichts, ein persönlicher Besuch ist DRINGEND notwendig!

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