Reise nach Slowenien

Reise nach Slowenien

Vom 03.07 – 07-07 sind der finnische Freiwillige Venni und ich nach Slowenien für einige Tage gereist. Ein Land, über das ich vorher genauso wenig wusste wie über Ungarn bevor ich hierhergekommen bin.

Einer der Gründe für unseren Trip nach Slowenien war auch, dass es einen direkten Zug von Veszprém nach Ljubljana gibt. Veszprém ist zwar ein Komitat, aber die Stadt ist nicht allzu groß, deswegen ist das ganz schön erstaunlich. Der Preis, 34€ für die Hin-und Rückfahrt ist auch noch akzeptabel. Der einzige Haken daran ist, das der Bahnhof in Veszprém am Rande der Stadt liegt und man vom Busbahnhof 40min zu Fuß dorthin braucht. Also haben Venni und ich am Mittwoch den Bus um 8:00 Uhr aus Nagyvázsony nach Veszprém genommen, in dem wir die Schwester von Magdi (bei der Venni einen Monat lang gewohnt hat) getroffen, die super nett ist. Da sie Ungarin ist, aber in Italien lebt, kann sie Ungarisch, Italienisch, Englisch und Deutsch sprechen, was ziemlich beeindruckend ist, sodass wir uns in 30 Minuten in drei verschiedenen Sprachen unterhalten haben.

Die Zugreise

In Veszprém angekommen sind wir zum Bahnhof gegangen und haben auf den Zug gewartet, der um 10:10 Uhr aus Budapest gekommen ist. Im Zug waren alle Plätze besetzt u.a. war auch eine englische Jugendtruppe mit an Bord. Wie stolz war ich, dass ich sie verstanden habe. 🙂 Auf der slowenischen Seite hinter der Grenze begannen die Berge, die mich immer an Urlaub erinnern, da ich nur im Urlaub Berge sehe. Der Zug hat sich durch enge Täler geschlängelt, sodass wir die Landschaft genießen konnten. Nach 6 1/2 Stunden Zugfahrt, die zum Schluss ziemlich anstrengend waren, sind wir schließlich in Ljubljana angekommen. Nicht nur wegen den Bergen, sondern auch vom sonstigen Erscheinungsbild Sloweniens, wie den Häusern und den Straßen sieht es Österreich sehr ähnlich, wie ich finde. Aufgrund der Nähe der zwei Länder ist das ja auch nicht verwunderlich, aber ich war trotzdem erstaunt, da ich irgendwie geglaubt habe, in Slowenien sähe es anders aus.

Unser Hostel

In Ljubljana sind wir erst einmal zu unserer Unterkunft gegangen, das Hostel Tabor. Es ist weniger ein Hostel, so wie ich es aus Budapest und Bratislava kenne, sondern mehr eine Jugendherberge (es ist auch Mitglied im Hostelling International Verband) mit Frühstück, weshalb die Preise nicht gerade günstig sind. Dennoch bin ich ziemlich begeistert von unserer Unterkunft. Es besteht aus zwei alten großen Gebäuden, die früher mal wohl eine Schule waren mit hohen Decken und weiten Fluren. Wir waren zu zweit in einem weiträumigen, modernen und sehr sauberen Dreibettzimmer, das wir bis auf eine Nacht für uns alleine hatten. Auch das Gemeinschaftsbad war sehr groß und sehr sauber. Was ich erst jetzt gesehen habe, als ich den Artikel schreibe, dass das Hostel nur in im Sommer geöffnet, da es ansonsten ein Internat ist. Deswegen hatten wir auch Schreibstische in unseren Zimmern… :D. Das Frühstück war gut und am besten waren die Mitarbeiter der Rezeption, die uns die besten Tipps zu Ljubljana und unseren Reiseplänen gegeben haben. Zum Hostel würde ich auf jeden Fall nochmal zurückkommen, im Gemeinschaftsraum steht sogar ein öffentliches Klavier!

Am selbigen Abend haben wir uns noch auf in die Altstadt von Ljubljana gemacht, die wirklich sehr schön ist. 2016 hat die Stadt den Titel der Europäischen Grünen Hauptstadt erhalten und das wie ich finde zurecht. Am Flussufer und auch sonst stehen viele Bäume und das Schloss auf dem bewachsenen Hügel vervollständigt das Stadtbild. Nachdem wir sehr leckere slowenische Maultaschen gegessen haben, sind wir zur Burg hochmaschiert. Entgegen der Wettervorhersage hat es angefangen zu regnen, aber wir sind ja nicht aus Zucker. Oben angekommen haben wir nach langem Überlegen, ob man Eintritt für die Burg zahlen muss, (nein, zu mindestens nicht für den Innenhof und die Mauer) die Burg betreten und konnten die Aussicht über die Stadt mit den Bergen im Hintergrund genießen. Das war wirklich echt schön. Als wir wieder unten angekommen sind, haben wir in einer Bar am Flussufer ein Bier bzw. ein Radler getrunken und haben damit genau den richtigen Zeitpunkt getroffen, da es nun wie aus Eimern geschüttet hat. Als es einigermaßen besser war, haben wir uns dann zurück auf den Weg ins Hostel gemacht, welches nicht weit vom Zentrum entfernt ist. Dort sind wir dann gleich ins Bett gegangen, weil unser Bus am nächsten Tag um 8:00 Uhr abgefahren ist.

Bleder See

Gleich am ersten vollen Tag wollten wir uns auf machen zur meistgesehenen Attraktion Sloweniens, den Bleder See (Blejsko jezero). Ein Glück, dass Slowenien kein großes Land ist, denn von Ljubljana konnten wir den See, sowie andere Ziele bequem mit dem Bus erreichen. Allerdings sind die Busse in Slowenien echt teuer, was wir nicht erwartet haben, z.B hat das Ticket nach Bled schon 8€ gekostet, sodass wir alleine für die Reise hin und zurück 16€ ausgeben mussten. In Bled angekommen, standen wir zuerst ein wenig planlos an der Bushaltestelle und wussten nicht wohin, vielleicht hätten wir uns im Vorfeld besser informieren sollen. Doch wir sind einfach drauflos gewandert und haben nach etlichen Stufen schließlich die hoch oben stehende Burg erreicht. Doch für den Eintritt frei Studenten für 7€ waren wir zu geizig, sodass wir wieder kehrt gemacht haben und um die Burg herum gegangen sind. Dort kamen wir auf einen hübschen Wanderweg und auch einen Trampelpfad, der auf einer tollen natürlichen Aussichtsplattform geendet hat. Von dort aus hatten wir eine wunderbare Aussicht auf den See und die kleine Insel, genauso gut wie die Aussichten von der Burg gewesen wäre, bloß kostenlos und ganz natürlich. Nachdem wir den Ausblick genossen hatten, sind wir weitergegangen und irgendwann haben wir beschlossen, den ganzen See zu umwandern (6km). Das war eine gute Idee, weil ich so das Gefühl hatte, den See von allen Seiten zu sehen und nicht wie der typische Tourist, einmal zu schauen, ein Foto zu machen und weiterzugehen. Die Aussicht auf die Insel, die übrigens Sloweniens einzige Insel ist, war sehr schön und glücklicherweise war es noch nicht zu heiß, sodass wir nach den sechs Kilometern nicht in Schweiß gebadet waren.

Nach guten zwei Stunden waren wir wieder im Dorf Bled angekommen, wo wir uns erstmal auf die Suche nach Essen machten musste, da Venni Hunger hatte. Wir sind schließlich bei einer guten Bäckerei gelandet (siehe auch subjektive Fakten über Slowenien). Danach brauchten wir ein wenig Zeit um auszuloten, was wir als nächstes machen wollen und haben uns schließlich dazu entschieden, zum Bohinjsko See (Bohinjsko jezero) zu fahren, der im Triglav Nationalpark liegt.

Vom Bleder See aus war es bis dorthin noch ca. eine Stunde, in der wir den Rand des Nationalparks bestaunen konnten. Der Eintritt zum Nationalpark ist kostenlos, allerdings kosten die einzelnen Attraktionen wie die Vigarklamm und der Savicia Wasserfall Eintritt. Preisbewusst wie wir waren, haben wir dann darauf verzichtet, zumal es nochmal eine Stunde mit dem Bus gewesen wäre und es schon 14:00 Uhr war. Trotzdem wären sie bestimmt einen Besuch wert gewesen.

Der Bohinjsko See

In Bohinj angekommen, sind wir entlang des Sees gewandert, allerdings ist der Weg dort asphaltiert, sodass es besser zum Fahrradfahren ist. Genau wie im Bleder See war das Wasser extrem klar und blau. Außerdem waren nicht so viele Touristen wie am Bleder See. Da es schon Nachmittag war und dementsprechend wärmer wurde, habe ich mich dazu entschieden, im See zu schwimmen. Das war super! Im erfrischenden, klaren, tiefblauen Wasser zu schwimmen, während die Sonne scheint und man den Ausblick auf die grünen Berge genießt, ich glaube, das werde ich nicht vergessen! Danach haben wir uns auf den Kieselsteinen ausgestreckt und uns von der Sonne wärmen lassen.

Danach haben wir überlegen, ob wir dem Seeufer noch weiter folgen sollten, aber auf die 12km hatten wir keine Lust mehr, da wir ja schon einmal den Bleder See umrundet hatten. Weil wir aber nicht denselben Weg zur Bushaltestelle wieder zurücklaufen wollten, sind wir durch die nicht weit entfernte Häusergruppe bzw. kleines Dorf gegangen, wo es echt aussah wie in Österreich.

Die zweite Nacht in Ljubljana

Schließlich haben ist die Bushaltestelle erreicht und nach einer langen Busfahrt waren wir zurück in Ljubljana. Zurück im Hostel wollten wir uns ein wenig ausruhen und in der Küche habe ich ein sehr nettes Mädchen, Fenja aus Schleswig Holstein getroffen. Sie ist auf einem Interrail Trip und es war schön, mal wieder mit einer deutschen Abiturientin, die dieselben Sorgen bezüglich der Frage „Was danach?“ hat. Spontan habe ich sie eingeladen, am Abend mit uns zu kommen, was sie gerne getan hat, sodass wir zu dritt in die Ljubljananer Altstadt gezogen sind. In der Fancy-Food-Street Trubarjeva cesta (Mein Tipp für nicht allzu teures Essen) haben Venni und ich Falafel gegessen und danach sind wir ein zweites Mal zur Burg gegangen, um Ljubljana bei Nacht zu sehen. Allerdings waren wir ein wenig zu früh, aber Ljubljana in der Dämmerung ist auch schön. Später sind wir durch mehr oder weniger Zufall auf einem Open-Air Konzert eines Chores gelandet, was ziemlich gut besucht war. Ich habe die ausgelassene Menschenmasse sehr genossen und mir ist aufgefallen, dass ich schon lange nicht mehr auf einem Festival oder zumindest Fest war. In einem Restaurant 50m vom der Bühne entfernt haben Fenja und ich Cviček probiert, während Venni das lokale Bier getestet hat.

Schließlich waren wir um 23:00 Uhr wieder zurück im Hostel. Es war ein schöner Abend und eigentlich wollte ich Fenja nochmal Tschüss sagen, bevor wir zurück nach Ungarn gefahren sind, aber wir haben uns seit diesem Abend nicht mehr wiedergetroffen. Also, Fenja, wenn du das liest, tschüss und noch viel Spaß auf deiner Reise! 🙂

Am dritten Tag, Freitag ging es für uns ans Mittelmeer… Hier geht’s weiter

2 Gedanken zu „Reise nach Slowenien

  1. Moin Paula!
    Ja, ich lese das hier:D
    Ich sitze gerade noch in der Ljubliana am Fluss und werde mich dem nächst in den Zug nach Bled setzten. Meine Vorstellung von ein bisschen wandern und viel am See liegen und Baden wird wohl leider nicht so was, wenn man sich denn Wetterbericht anschaut…
    Ich hätte euch auch gerne noch Tschüss gesagt, schade, dass wir uns nicht mehr über den Weg gelaufen sind, umso besser, dass wir es am Donnerstag (ja, ich musste nachschauen, welcher Wochentag es wa, Zeit ist eine Illusion!) getan haben, ich habe den Abend sehr genossen!
    Alles Gute für deine Rest-Zeit in Ungarn und für alles was danach kommt:)

    1. Oh, das freut mich aber sehr!
      Ich hoffe, du konntest Bled trotzdem genießen. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht und ich hoffe, deine Reise ist bisher gut verlaufen. Noch ganz viele Spaß wünsche ich dir, grüß Deutschland von mir und wer weiß, vielleicht werde wir uns irgendwann noch einmal üer den Weg laufen, denn die Welt ist klein…
      Alles Gute für dich und für deine spannende Zukunftspläne 😀

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