Sonniger Süden Sloweniens

Sonniger Süden Sloweniens

Auf den ersten Blick würde man es gar nicht vermuten, aber im äußersten Südosten grenzt Slowenien an das Mittelmeer, an das adriatische Meer. Die bekannteste Stadt dort ist Koper, beispielsweise endet der Zug von Veszprém nach Ljubljana in Koper. Allerdings ist Koper stark von Industriegebiet geprägt, weshalb uns alle davon abgeraten haben, dorthin zu fahren. Stattdessen sollten wir doch lieber 15km weiter östlich nach Piran fahren. Gesagt, getan.

Am dritten Tag also ging es an das Mittelmeer. Wie immer mit dem Bus und nach 2 1/2 Stunden waren wir im 10:15 Uhr in Piran. Es war sehr interessant zu sehen, wie sich die Landschaft von alpin bzw. kontinental zu mediterran verändert und in Piran sah es schon aus wie in Italien. Die Stadt von ca. 17.000 Einwohnern ist total schön, direkt an der Küste, viele pastellbunte Häuser, weiße Fensterläden, rote Ziegeldächer und das Beste, enge, verworrene Pflastersteingassen. Ich war wirklich schwer begeistert von Piran.

Als wir angekommen sind, war es schon recht heiß und natürlich hatten wir keine Sonnencreme dabei. Aber keine Sorgen liebe Eltern, ich habe nur einen leichten Sonnenbrand. 🙂 Von der Bushaltestelle sind wir einmal ganz an der Küste entlanggegangen und danach die Stufen zur Sankt Georg Kathedrale hochgestiegen. Von dort aus hat man nicht nur einen super Ausblick auf das Mittelmeer und die Küste, sondern auch über die Dächer von Piran selbst. Das Bild wurde abgerundet durch einen älteren Akkordeonspieler, der auf den schattigen Stufen der Kirche saß. Wenn das mal nicht wie aus dem Reiseprospekt ist. Außerdem gab es noch einen Herr, der Mandoline gespielt hat und gerade als wir angekommen sind mit einer deutschen Rentnergruppe „Lustig ist das Zigeunerleben“ gesungen hat.

Es ging noch weiter bergauf und zwar zu den ehemaligen Stadtmauern Pirans. Dort haben wir uns an einen Kiosk gesetzt, Venni hat etwas gegessen und wir haben Karten gespielt. Leider hat Vennis Knie geschmerzt, da er anscheinend sonst nicht so viel geht bzw. wandert. Außerdem meinte er, dass er ansonsten im Urlaub mit seinen Freunden eher irgendwo etwas trinkt und dort Karten spielt. Meine Auffassung von Reisen ist hingegen eher so viel wie möglich von der Landschaft, der Umgebung und überhaupt mitzunehmen, sodass es mir nichts ausmacht, morgens um 7:00 Uhr zu frühstücken und um 21:00 Uhr wiederzukommen. Aber so unterscheiden sich die Meinungen…

Weiter sind wir an den Hängen von Piran weitergelaufen, wo eher die reicheren Ferienhäuser stehen. Nachdem wir die Aussicht genug gewürdigt haben, ging es wieder durch enge, schattige Gassen und über steile Steinstufen hinunter in das Zentrum von Piran. Im Supermarkt haben wir unser Mittagessen gekauft, das wir im Schatten einer Kirche auf dem Hauptplatz gegessen haben.

Wie in Italien

Um 14:00 wollten wir dann ins Meer hüpfen und sind deshalb durch die unzähligen Gassen in Richtung Wasser gegangen. Zum Strand muss man erwähnen, dass es kein eigentlicher Strand aus Sand oder Kies ist, sondern dass er lediglich aus dem Fußgängerweg oder den großen Steinen besteht. Man muss sich also entweder einen Stuhl oder eine Isomatte mitnehmen, um dort liegen zu können. Da Piran noch nicht so entdeckt und touristenüberlaufen ist, (worüber ich sehr erstaunt war) haben wir ganz am Ende der Prommenade eine freie Bank gefunden. Das Schwimmen im Mittelmeer war super cool! Die Sonne schien und aufgrund des Salzwassers musste man sich überhaupt nichts tun, um über Wasser zu bleiben. Venni hatte nicht so viel Spaß wie ich, aber das war kein großes Problem. Gegen späten Nachmittag haben sich dann unsere Wege getrennt, da er schon zurück nach Ljubljana wollte, während ich lieber noch Piran genießen wollte, sodass ich den Bus um 18:50 Uhr genommen habe und Venni zwei Stunden früher zurück gefahren ist. Außerdem kann man auch nicht die ganze Zeit aufeinaderhocken, sodass es gut war, dass wir beide mal alleine waren.

In Piran habe ich mich dann ein weiteres Mal auf in den Dschungel der Gassen gemacht und das kann ich gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich es genossen habe. Je enger, desto spannender und hinter jeder Hausecke taucht etwas Neues auf! Ich war super happy! Später habe ich zum ersten Mal in meinem Leben (okay, soweit ich mich erinnern kann) frische Feigen gekauft, die ich später an der Bushaltestelle gegessen habe. Der Verkäufer hat mir sogar noch eine extra geschenkt. Danach habe ich mich auf den Hauptplatz gesetzt und das Treiben beobachtet. Schließlich bin ich zur Bushaltestelle gegangen, wo ich zuerst meine Feigen gegessen habe und dann auf den Bus gewartet habe. Der kam allerdings 20min zu spät und hat Ljubljana statt um 20:35 Uhr auch erst um 22:00 Uhr erreicht.

Als ich im Hostel angekommen bin, dachte ich, dass Venni noch nicht zurück sei, da er etwas in der Stadt essen wollte und vielleicht auch ein Bier trinken wollte, aber er war schon im Bett. An diesem Abend war ich auch ziemlich müde, sodass ich noch schnell geduscht habe und dann auch ins Bett gegangen bin.

Der Ausflug nach Piran war echt toll und vielleicht das Beste von unserer Slowenien Reise. Ich habe das mediterrane Flair sehr genossen und Piran an sich ist sehr hübsch. Zudem sind die Menschen dort sehr entspannt, niemand beschwert sich über Leute, die sich auf dem Weg sonnen und alle sind freundlich. Aber nicht nur in Piran sind sie freundlich, sondern auch in Ljubljana… Tag 4.

überall sind sie, die Deutschen

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