Tag 4 MY EARTH: Wie Zusammenarbeit ensteht

Tag 4 MY EARTH: Wie Zusammenarbeit ensteht

Was bisher geschah

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen von Pilotenprojekten. Als erstes sind wir mit dem Bus nach Veszprém gefahren, um die dortige Universität zu besuchen. Dort hat die Fakultät für Wirtschaft eine Präsentation gehalten und später wurde über verschiedene Projekte diskutiert. Da Fekte Sereg gerne in Zukunft mit der Universität zusammenarbeiten möchte und es der erste Besuch war, war es spannend als Außenstehende zu beobachten, wie das erste „Beschnuppern“ vonstatten geht.

Noch spannender fand ich es allerdings, als es um das Thema Flüchtlinge ging. Viele aus Südamerika haben davon berichtet, wie Flüchtinge den Toursimus positiv beeinflussen und wie die Situation sich danach entwickelt hat. Danach hat sich die Leiterin der Fakultät (also diejenige, die die Präsentation gehalten hat) dazu geäußert, hat aber mitten im ersten Satz abgebrochen und sichtbar verunsichert gesagt, dass das ja so ein Thema sei. Und diese offensichtliche Angst davor, die Regierung zu krisitsieren und etwas „Falsches“ zu sagen, finde ich krass. Wie mir danach von anderen Ungarn erzählt wurde, sollte man nämlich ein wenig aufpassen, wie man sich äußert, wenn man eine höhere Position innehat, da es passieren kann, dass man diese nach Kritik verlieren könnte. Das ist ja wohl das komplette Gegenteil von Meinungsfreiheit. Da die meisten Fernseh- und Radiosender sowie Zeitungsverlage vom Staat aufgekauft wurden, ist es um der Pressefreiheit in Ungarn auch nicht gut bestellt. Vorher war mir das gar nicht so bewusst, aber ich finde, das ähnelt schon stark dem Kommunismus.

Urlaubsstimmung am Balaton

Na ja, als alle Visitenkarten, E-Mailadressen und Telefonnummern ausgetauscht wurden und das Mittagessen gegessen war, ging es weiter nach Balatonfüred. Denn natürlich muss man in Ungarn auch den Balaton gesehen haben, insbesondere wenn man ihm schon so nah ist. Dort haben wir den „Verein der Frauen für den Balaton“ (Nök a Balatonért Egyesület) getroffen. Sie kümmern sich um den Balaton, z.B. um die Qualität des Wassers und um die Ufer und haben uns ihre Arbeit präsentiert. Danach konnten wir noch das prachtvolle Wetter an der Promenade genießen und es hat sich wie Urlaub angefühlt.

Weiter ging es nach Tihány, das kleine touristische Dorf auf der Halbinsel am Balaton. Dort haben wir neben der Abtei versucht, coole Fotos und Videos mit einer Drohne zu machen, was sich allerdings mit so einer großen Gruppe schwierig gestaltet hat. Im Anschluss haben wir noch das Echo von Tihány getestet, was mit dem vereinten Ruf von 23 Menschen echt lustig war. Allerdings sind wir nicht lange in Tihány geblieben, da die nächste Verabredung im Teehaus Nagyi Kertje Teázó schon gewartet hat.

Auf dem Weg dorthin, habe ich im Bus zu Belustigung aller anderen versucht, auf Englisch zu reimen, was gar nicht mal so einfach ist. Aber lustig! 😀 Auch mit dem Teehaus möchte Fekete Sereg in Zukunft kooperieren, weshalb uns der Besitzer das Teehaus mitsamt seiner Geschichte vorgestellt hat und uns Tee angeboten hat. Nach einer Stunde ging’s weiter nach Révfülöp zu dem Hostel, in dem unsere Short-term Freiwillig immer ihr On-Arrival Training haben. Dort waren wir aber nicht lange, sondern sind weiter zu einem Freund von Rita gefahren, der Winzer ist. In seinem Weinkeller fand eine Weinprobe mit Abendessen statt. Da ich seit 10 Jahren kein Fleisch esse, aber für das Jahr in Ungarn pausiere, finde ich es besonders in den Wochen, in denen viel passiert, ganz schön viel Fleisch. Aber ich habe herausgefunden, dass ich mich beim Essen nur an Erik halten muss, da der auch Vegetarier ist.

Um ca. 23:00 sind wir wieder zurückgefahren und die Busfahrt war denkbar lustig. Zurück in Nagyvázsony sind wir noch mit in das Hostel der Teilnehmer gegangen, aber um 2:00 Uhr ging es ab ins Bett. Allerdings haben uns Sophie und ich noch laaaaaange unterhalten…

Hier geht’s zum letzten Tag von MY EARTH

Sophie, die deutsche Freiwillige von vor zwei Jahren und ich

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