Von Heimweh und Fernweh

Von Heimweh und Fernweh

Der Bahnhof ist für mich der Inbegriff von Reiselust und Abenteuer. Man sieht dort so viele interessante Leute und fragt sich, wo die alle hinwollen. Gleichzeitig ist es ein meist ungemütlicher Ort mit betrunkenen Nachtschwärmer und Obdachlosen, ein Ort des stundenlangen Wartens und ein Ort, der einen erinnert, dass man gerade nicht zu Hause bei seiner Familie und seinen Freunden ist. Gerade als ich am Sonntag in Wien auf dem Hauptbahnhof saß, nicht wusste wie es weitergeht und dann fröhliche Familien auf dem Weg in den Skiurlaub gesehen habe, hat sich das Heimweh gemeldet.

Außerdem habe ich gemerkt, dass es mehr Spaß macht, zusammen zu reisen und nicht alleine. Vielleicht kommt man durch das alleine Reisen schneller mit Fremden ins Gespräch und ich unterhalte mich sehr gerne mit fremden Menschen, aber zu zweit ist man trotzdem nicht so alleine.

Außerdem ist Reisen eine große Vertrauensfrage, besonders in der Nacht. Auf meiner Rückfahrt von Brüssel nach Wien musste ich von 1:40h bis 3:50h auf dem Salzburger Hauptbahnhof warten, bevor mein Zug nach Wien angefahren ist, wo er um 6:30h angekommen ist. Glücklicherweise ist der Salzburger Hauptbahnhof nicht so ungemütlich wie der Bahnhof in Frankfurt am Main oder München und ich konnte im warmen Warteraum sitzen. In dem vorherigen Zug von München nach Salzburg habe ich eine rumänische Frau, die in Deutschland arbeitet kennengelernt, sodass wir zusammen die Wartezeit verbringen konntet. Sie hat sogar denselben Zug nach Wien genommen, weshalb wir uns ins selbe Abteil gesessen haben. Dort haben wir dann erstmal versucht zu schlafen. Da hätte ja schon viel passieren können, z.B. dass mein Gepäck geklaut hätte werden können usw.

Auch im Hostel (wir waren in einem Achtbettzimmer) schläft man mit völlig fremder Menschen zusammen. Natürlich nicht in einem Bett, aber Privatsphäre gibt’s im Hostel eher weniger. Auch die Küche funktioniert auf Vertrauensbasis, z.B. könnte ja jeder Essen, was nicht ihm gehört, aus dem Kühlschrank mitnehmen.

Trotzdem mag ich Hostels, da man da nie alleine ist. Es schlafen überwiegend junge Leute dort und man lernt interessante Menschen von der ganzen Welt kennen. Beispielsweise haben wir in Wien den marokkanischen Schauspieler Mehdi Aissaoui kennen gelernt, der beispielweise im Film „Finding Jesus“ und auch schon bei ZDF-Produktionen mitgewirkt hat. Er studiert jetzt aber Human Rights und war gerade für ein Praktikum in Wien.

Ich finde, fast alles hängt von den Menschen ab, die man auf seiner Reise trifft. Überall, in Ungarn, ein Belgien, in Österreich, in Europa, in Asien usw. gibt es nette und nicht nette Menschen. Und gerade das macht es so spannend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.