Week 18 – Song 35: Dietro Casa

Week 18 – Song 35: Dietro Casa

Vive la music

Ich bin immer noch auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, warum Menschen gerne Musik machen. Wenn man in ein Orchester fragt, kommt bestimmt die Antwort wegen der Geselligkeit und des Gefühls, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Doch trotzdem beantworten das nicht die Frage, warum diese Menschen ausgerechnet Musik machen, schließlich gibt es dieses Gemeinschaftsgefühl auch beim Fußball oder Theater.

Vielleicht gibt einem Musik die Möglichkeit, für einen Moment nicht an die Arbeit, an die Schule, an die Reise morgen oder an den Streit eben gerade zu denken, da man sich vollständig auf das Musikmachen konzentrieren muss. Allerdings passiert es vielen, dass sie beim Musik machen an tausend andere Sachen denken und trotzdem ganz bei der Sache sind. Vielleicht ist es auch einfach nur der Klang eines Instrumentes oder der Stimme, der fasziniert. Wie gesagt, bisher habe ich noch keine Antwort gefunden. Wenn du eine hast, schreib sie gerne unten in die Kommentare.

Das Tolle an der Musik ist, sie ist überall und kann überall entstehen. Nicht nur im Konzertsaal und in der Musikschule, sondern auch auf der Straße, in der Metro, auf dem Bahnhof, im Hostel und auf dem Flughafen.

Es ist meiner Meinung nach einer der besten Ideen von Flughafen- und Bahnhofgesellschaften Klaviere in den öffentlichen Wartebereich zu stellen. Es gibt sehr viele Menschen, die toll Klavier spielen können und viele Menschen freuen sich, ihnen zuhören zu können. Da ich in der letzten Zeit öfter geflogen bin, als mir ehrlich gesagt lieb war, weiß ich jetzt, dass auf dem Flughafen in Palermo und Brüssel Flügel stehen. In Budapest soll es auch ein Klavier geben, allerdings steht das am Gate B21 und die meisten Flugzeuge starten vom Terminal A. Da zwischen den Terminals keine Verbindung besteht, ist auch das Klavier von den Gates A nicht zugänglich. Welch ein Frevel, zumal der Flughafen nach dem berühmten Pianisten und Komponisten Franz Liszt benannt ist!

In Palermo habe ich während der Wartezeit auf mein Flugzeug nach Budapest natürlich auch Klavier gespielt. Lustig war, dass sofort eine Kinder-Fußballschule aus Ungarn um mich herumstanden und ordentlich applaudiert haben. 🙂

Und gerade im Moment sitze ich ganz beglückt am Gate A61 am Brüsseler Flughafen. Weil ich mein Rucksack noch einchecken musste, war ich schon um 13:00 Uhr am Flughafen, während das Flugzeug erst um 15:15 Uhr losfährt. Deswegen muss ich viel warten und um die Wartezeit ein wenig zu überbrücken, habe ich eben gerade Klavier gespielt und zwar „Dietro Casa“ von Luduvicio Einaudi. Es war zwar nicht sonderlich gut, aber hat sehr viel Spaß gemacht, weil der Flügel super ist. Als ich zu Ende gespielt hatte, haben auch einige Leute applaudiert und eine ältere Dame hat sich bei mir ganz überschwänglich auf französisch für die hübsche Musik bedankt. Leider konnte ich mich nicht weiter unterhalten, weil ich schon so ziemlich alles von meinen Schulfranzösisch vergessen habe. 😀

Klaviere auf dem Flughafen und sonst in öffentlichen Bereichen sind also ein Win-win Situation. Ich habe mich gefreut, Klavier spielen zu können und andere Leute haben sich gefreut, Klaviermusik zu hören (zumindest die, die applaudiert haben :D) Da ja bekanntlich geteiltes Leid, halbes Leid ist und geteiltes Glück, doppeltes Glück ist, habe ich nun eine super Laune. Und mindestens fünf Leute sind nun hoffentlich auch ein wenig fröhlich. Man sollte mehr öffentliche Musik machen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.