Week 34 – Song 51: There is an answer

Week 34 – Song 51: There is an answer

In zwei Wochen fahre ich nach Deutschland. Wie ich schon geschrieben habe, konnte ich mir im April noch gar nicht vorstellen, wieder nach Hause zu fahren. Doch je näher der Zeitpunkt der Heimreise gerückt ist, desto mehr musste und habe ich mich mit der Zeit nach meinem EVS beschäftigt. Das ist mir alles andere als leicht gefallen. Wie die meisten junge Leute nach dem Abitur war ich angesichts der unzähligen Möglichkeiten überwältigt und planlos. Ich konnte (und kann ja immer noch) eine Ausbildung anfangen, ein Praktikum machen, studieren, ein duales Studium beginnen oder eben ins Ausland gehen. Und auch für Auslandsaufenthalte gibt es mehr Angebote als man glaubt. Einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst, Work&Travel, AuPair, mit weltwärts oder kulturweit… aus alle dem kann man sich entscheiden. Warum ich mich gerade für einen Europäischen Freiwilligendienst entschieden habe, kannst du hier lesen.

Von meinem Freiwilligendienst in Ungarn habe ich mir erhofft, weiter mit meiner Lebensplanung zu kommen. Denn die Frage nach dem Danach war ja zu Beginn und auch zur Hälfte meines Jahres noch nicht geklärt, nur auf später verlegt. Da ich durchaus in Erwägung ziehe, Lehramt zu studieren, waren es nützliche und sinnvolle Erfahrungen, die ich in meinem Projekt und in den zwei Schulen machen konnte. Nach wie vor gefällt mir der Lehrerberuf sehr gut und ich kann mir gut vorstellen, als Lehrerin zu arbeiten. Doch trotzdem habe ich mich erst vorerst dagegen entschieden und zwar aus dem Grund, dass ich schon weiß, was mich erwartet. Als Schülerin habe ich den Alltag der Lehrer bestens mitbekommen und ich möchte gerne in einem Feld arbeiten, das ich noch nicht kenne.

Damit wäre schon mal eine Möglichkeit ausgeschlossen. Bleiben immer noch 99.999 andere Möglichkeiten. Wichtig für meine Entscheidung war außerdem das Kick-off meeting der ESC Peers und unsere Präsentation während der Europäischen Jugendwoche in Brüssel. Was wir dort gemacht haben hat mir sehr gut gefallen und zudem interessieren mich europäische Themen sehr. Der ausschlaggebende Impuls kam schließlich von der Tochter von Bekannten meiner Eltern, die Public Governance across Borders studiert. Ich hatte sie zu ihrem Studium gefragt und seitdem habe mich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Das ich studieren wollte, wusste ich schon von Anfang an, ich hätte auch gerne zuerst eine Ausbildung gemacht, aber dafür hatte ich durch mein Jahr in Ungarn die Fristen verpasst.

Also habe ich mich stundenweise durch das Internet geklickt, Datenbänke mit Studiengängen durchgesucht, Internetseiten von Universität gelesen und viele Fragen verschickt. Zum Schluss habe ich mich an vier verschiedenen Universitäten in Deutschland beworben:

  1. Public Governance across Borders in Münster und Enschede (NL)
  2. European Studies Major in Passau
  3. European Studies in Magdeburg
  4. International Relations and Managment in Regensburg

Im Laufe der Zeit haben sich dann meine zwei Favoriten und zwar Münster und Passau herauskristallisiert. Nach langem in und her, Abwiegen und Nachdenken habe ich mich letzte Woche dann für Passau entschieden und heute ist der letzte Tag, um das Zulassungsangebot in Münster anzunehmen.

Ab Oktober werde ich dann für vier Jahre European Studies Major in Passau studieren.

Jetzt, wo ich mich entschieden habe, war die Entscheidung im Rücklblick gar kein großes Ding. Doch ich habe echt viel Auufwand aufgebracht, mich zu entscheiden, Tabellen geschrieben, Mindmaps erstellt und lange Spaziergänge im Wald. Und trotzdem kann ich mir nicht sicher sein, dass es mir in Passau gefallen wird. Vielleicht ist das Studium anders, als ich mir es vorgestellt habe? Vielleicht sind die Professoren unfreundlich? Vielleicht finde ich keinen Anschluss? Vielleicht ist Passau zu weit weg von zu Hause? Vielleicht weiß ich danach immer noch nicht, was ich arbeiten möchte? Unglaublich viele Fragen und Unsicherheiten. Doch ich habe gelernt, das zu aktzeptieren und auch, dass es nichts Perfektes gibt. Bestimmt wird es Module geben, die ich langweilig finde. Bestimmt gibt werden manche Professoren unfreundlich sein. Bestimmt finde ich nicht alle Kommolitonen nett. Bestimmt werde ich Heimweh haben. Doch ich denke, dass ich, wenn alles doof ist, mich immer noch umentscheiden kann, denn nichts ist für die Ewigkeit. Außerdem ist nichts perfekt und eine perfekte Entscheidung gibt es nicht. Für all diese Fragen wird es früher oder später eine Antwort geben. 🙂

I am just a sailor in a great big sea
Searching for what’s meant for me
And I thank my lucky stars every single day
I’m exactly where I’m supposed to be

A Great Big World in „There is an answer“

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