Wie war es bei mir? – Meine EVS Bewerbung

Wie war es bei mir? – Meine EVS Bewerbung

Obwohl es bis zu meinem eigentlichen Freiwilligendienst noch ungefähr vier Monate sind, möchte ich jetzt schon einmal beschreiben, wie meine Entscheidungsfindung und Bewerbungsphase für den EVS abgelaufen ist. Dies ist besonders interessant für diejenigen, die auch mit dem Gedanken spielen, einen EVS zu absolvieren. Ich hoffe, meine Beschreibungen helfen dir weiter!

Warum gerade einen EVS?

Warum habe ich mich unter all den Möglichkeiten, in’s Ausland

zu gehen wie besipielsweise Au pair, Work & Travel, IJFD und weltwärts gerade für den EVS entschieden?

Zuerste einmal bin ich sehr überzeugt von der europäischen Idee der Zusammenarbeit.

Anfangs als wirtschaftliches Bündnis gegründet, hat sich die EU zu einer politischen Organisation entwickelt, die allen Bürgern enorme Vorteile bietet wie zum Beispiel Reisefreiheit, eine gemeinsame Währung, Normen und Standards bei Lebensmitteln und Sozialleistungen, Umweltrichtlinien, Schüler- und Studentenaustausche u.v.m. Natürliches ist noch manches verbesserungswürdig aber unter all der Kritik sollte man nicht vergessen, dass die Menschen in Eurpoa noch nie solange in Frieden gelebt haben, was meiner Meinung nach hauptsächlich der EU zu verdanken ist. Gerade in dem Zeitalter von gesetzlosen Annexionen und Luftangriffen, die per Twitter angekündigt werden, finde ich es wichtig, transparent und miteinander zu arbeiten.

Durch meine Teilnahme am EVS und am Erasmus+ Programm möchte ich die Werte der EU unterstützen, mich am interkulturellen Austausch beteiligen und auch anderen Leuten die EU näher bringen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Finanzierung des EVS. Dieser wird nämlich fast komplett von der EU bzw. vom Erasmus+ Programm übernommen, die Teilnehmer muss lediglich maximal 10% der Reisekosten bezahlen. Viele Entsendeorganisationen (so auch meine) wünschen von den EVS’lern zudem noch Spenden in Form eines Förderkreises, jedoch ist dieser keine Voraussetzung für eine Teilnahme. Außerdem beschränken sich die Spenden meist auf eine Höhe von ca. 1000€ bis 1400€, was viel weniger ist als bei IJFD oder weltwärts.

Der Ablauf der Bewerbung

Zugegeben, die Struktur und die Bewerbung für einen EVS ist anfangs verwirrend und ich habe es auch erst nach ein paar Wochen verstanden. Das Problem ist, dass verschiedene Organisationen den Ablauf verschieden darstellen und man dadurch schnell verwirrt ist.

Um es klar zu machen, es gibt zwei verschiedene Herangehensweisen, um einen Platz im EVS-Programm zu bekommen: Entweder man entscheidet sich zuerst für eine Entsendeorganisation und such dann nach einem Projekt oder man bewirbt sich zuerst für ein Projekt und bittet dann eine Organisation, einen zu entsenden.

Kleiner Insider-Tipp: Die Seite der Entsende- und Aufnahmeorganisation Eurocircle Deutschland hat finde ich den Ablauf gut beschrieben: http://www.eurocircle.de/angebote/entsendung/

Ich habe zuerst ganz vielen deutschen Entsendeorganisationen angefragt, ob sie mich entsenden würden. Eine Übersicht aller akkredierten EVS Einrichtungen gibt es in der Datenbank des Euröpischen Jugendportals, aus der auch ich die Organisationen herausgesucht habe.  Zeitgleich habe ich mich bei den ijgd in Hildesheim beworben, die ebenfalls in der Datenbank verzeichnet ist und mir außerdem geographisch am nächsten ist. Die ijgd haben mich dann auch zu einem Bewerbertag eingeladen, der total nett war. Dort war ich zwar die Einzige, die einen EVS machen wollte während die anderen fünf Bewerber alle einen IJFD in Neuseeland machen wollten, aber das war nicht schlimm. Ich habe mich an dem Tag mit der Zuständigen für das EVS-Verfahren unterhalten, die mir viel rund um den EVS erklärt hat. Schließlich hat sie meine Bewerbungsunterlagen an die Geschäftsstelle der ijgd in Berlin gesendet, weil die sich dort besser mit der EVS-Entsendung auskennen und mehr Erfahrungen haben. Ein paar Tage später wurde ich aus Berlin angerufen und wir haben uns darauf geeinigt, dass ich nicht nochmal an einem Bewerbertag in Berlin teilnehmen muss, weil ich ja schon in Hildesheim war. Somit wurde ich in das EVS-Programm der ijgd Berlin aufgenommen. Daraufhin habe ich allen anderen Organisationen, mit denen ich in Kontakt stand abgesagt, weil ich ja jetzt eine Entsendeorganisation hatte.

Ein Projekt finden

Nun hatte ich zwar eine Entsendeorganisation aber noch kein Projekt. In der Zeit von Dezember 2017 bis Februar 2018 haben die ijgd immer wieder Angebote von ihren Partner z.B. aus Dänemark, Island, Israel, Großbritannien, Ungarn und Frankreich verschickt und zudem habe ich mich noch selbst auf die Suche nach EVS-Projekten gemacht. Alle Projekte sind in der schon oben erwähnten Datenbank http://europa.eu/youth/volunteering/ verzeichnet, aus der ich Projekte gewählt habe, die mich angesprochen haben. An die Organisationen, die die Projekte leiten, habe ich dann fleißig Bewerbungen geschrieben. Mit dabei waren Projekte in Italien, Griechenland, Tschechien, Armenien, Georgien, Slowenien, Estland und Rumänien. Da ganz oft die Organisationen nicht antworten, habe ich mich bei ganz vielen Projekten beworben.

Ganz wichtig ist in der Bewerbung die Erwähnung, dass ich bereits eine Entsendeorganisation (ijgd Berlin) habe, da das gut bei den empfangenden Organisationen ankommt.

Hinzu kommt noch das Portal der Euopäischen Solidaritätskorps (ESK), in dem auch Projekte verzeichnet sind und bei dem ich mich auch registriert habe. Da nämlich ab 2018 der EVS in den ESK übergeht, lassen viele Organisationen ihre Projekte schon über die Datenbank des ESK laufen. Da sich diese Umstellung allerdings noch in der Übergangsphase befindet, habe ich mich über beide Portale beworben.

Ich habe mich also einmal über die Datenbank der EVS-Projekte beworben, einmal über das Portal der ESK und auch auf manche Projekte der Partnern von den ijgd. Eines dieser Projekte war auch der EVS in Ungarn von Fekete Sereg.

Und eine Zusage bekommen…

Schießlich hatte ich nach vielen motivation letter, Skype Gesprächen und Absagen Anfang Februar zwei Zusagen einmal von einem Projekt aus Georgien und einmal von de Projekt aus Ungarn. Darüber habe ich mich natürlich wahnsinnig gefreut. Es war eine sehr schwere Entscheidung, da ich beide Projekte toll finde aber letztendlich habe ich mich für den EVS in Ungarn entschieden.

Achtung! Da wie gesagt momentan alles auf den ESK umgestellt wird, kann sich das Bewerbungsverfahren in der Zwischenzeit verändert haben.

Zusammenfassend war es von der Idee und der Begeisterung zur Zusage für einen EVS ein langer Weg, der allerdings viel Spaß gemacht hat und mich zumindest erleichtert hat, da ich dadurch einen Plan für die Zukunft hatte. Außerdem ist es schön, Bewerbungen zu schreiben hinter denen man auch 100%ig steht und nicht wie bei der Bewerbung für ein Praktikum in der neunten Klasse.

Für diejenigen, denen es vielleicht bei ihrer eigenen Bewerbung hilft, ist hier meine Bewerbung für Ungarn.Letter of Motivation Paula Gehrs Fekete Sereg

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