Wir sind Gewinner! Der Europäische Jugendkarlspreis

Wir sind Gewinner! Der Europäische Jugendkarlspreis

Projekte, die die Entwicklung eines gemeinsamen Bewusstseins für die europäische Identität und die europäischen Integration fördern, darum geht es beim Europäischen Jugendkarlspreis. Es ist ein Preis, der zusammen vom Europäischen Parlament und der Karlspreisstiftung (Stadt Aachen) an junge Leute zwischen 16 und 30 Jahren verliehen wird. Siegerprojekte in den vergangenen Jahren waren beispielsweise eine europaweite Radiosendung, Kunstprojekte, Simulationen des Europäischen Parlaments für Schüler:innen sowie Straßenaktionen gegen Antisemitismus.

Jetzt kommt die große Überraschung: unser Podcast „Europeans: stories from a union of volunteers“ hat den Schwedischen nationalen Jugendkarlspreis gewonnen! Aus jedem Mitgliedsstaat der EU werden nämlich jeweils ein nationaler Gewinner ausgewählt, unter denen dann die drei „Hauptgewinner“ des Jugendkarlspreis geehrt werden. Dabei erhält der erste Preisträger 7500 EUR, der zweite Preisträger 5 000 EUR und der dritte Preis ist mit 2 500 EUR dotiert. Zur Preisverleihung, die in diesem Jahr vom 29.09.21 bis zum 02.10.21 in Aachen stattgefunden hat, werden alle 27 nationale Gewinner eingeladen, um an der Preisverleihung und am Rahmenprogramm teilzunehmen. Und ich war auch dabei!

Am Tag der Ankunft ging es erstmal ganz entspannt los. Die meisten Teilnehmenden sind gegen Mittag und am Nachmittag angekommen und beim gemeinsamen Abendessen wurden all die vielen organisatorischen Punkte geklärt und wir haben uns ein wenig kennen gelernt. Es war gar nicht so einfach, mit jedem und jeder wenigsten einmal zu sprechen, da wir nämlich über 50 junge Leute waren. Wegen Corona musste die Preisverleihung aus dem Jahr 2020 verschoben werden, sodass es in diesem Jahr eine Doppel-Preisverleihung mit Gewinnern aus 2020 und 2021 war. Wir waren echt viele Leute und ich fand es sehr spannend, von all den interessanten Projekte, die junge Leute in ganz Europa organisieren, zu hören.

Am nächsten Tag war dann unser großer Tag der Preisverleihung. Die Preisträger wurden erst während der Zeremonie bekanntgegeben, sodass eine große Spannung in der Luft lag, wer wohl den Preis gewinnt. Außerdem wurden während der Preisverleihung einige Projekte zufällig ausgewählt, die dann 30 Sekunden Zeit hatten, ihr Projekt vorzustellen. Bei dem Glück, das ich oft habe, war ich auch darunter und obwohl ich ehrlich gesagt, nicht wirklich vorbereitet und ziemlich nervös war, hab ich es doch geschafft, kurz und knapp unseren Podcast auf Englisch vorzustellen. Das kannst du dir sogar hier im Livestream nochmal anschauen, bei ca. 24:25 ist meine kurze Präsentation an der Reihe.

Damit war mein Part erledigt und ich konnte ganz entspannt die Preisverleihung genießen. Die Gewinnerprojekte aus beiden Jahren sind echt beeindruckend, der erste Platz für 2021 ging zum Beispiel an das tschechische Projekt Fakescape, in dem Gesellschaftsspiele für Schüler:innen entwickelt worden sind, um sie aufmerksam und wachsam gegenüber Fakenews zu machen. Oder auch der dritte Preis für 2020, der an Madeleina Kay aus Großbritannien für ihr Projekt „Die Zukunft ist Europa“ und ihre „EU Supergirl Tour“ ging. Am besten du wirfst mal einen Blick auf die Website, um mehr über all die coolen Projekte zu erfahren.

Während den restlichen Tagen hatten wir dann die Möglichkeit, am Rahmenprogramm des Karlspreis teilzunehmen. Der Jugendkarlspreis ist nämlich der „kleine Bruder“ des Europäischen Karlspreis, der Politiker:innen für europäisches Engagement auszeichnet.

Dieses Jahr wurde der rumänische Präsident Klaus Ioannis für seinen Einsatz „für europäischen Werte, für Freiheit und Demokratie, den Schutz von Minderheiten und kulturelle Vielfalt“ mit dem Karlspreis geehrt. Die ganze Preisverleihung ist ein ziemlich großes Event, zu dem auch Politiker wie Martin Schulz und Wolfang Schäuble gekommen sind und das auch in der Tagesschau erwähnt wurde, allerdings muss man schon sehr interessiert an europäischer Politik sein, um überhaupt von dem Karlspreis zu wissen.

Ich selber wusste vor unserer Bewerbung auf den Jugendkarlspreis auch nicht, was der Karlspreis ist. Zudem war es auch eher ein homogenes Event, bei dem mir um ehrlich zu sein, zu viele weiße Männer Ü40 anwesend waren. 🙂 Während verschiedenen Diskussionsrunden und Vorträgen wurde viel über Politik, die Rolle der EU, die Klimakrise, die Spannungen zwischen China und den USA und die Situation in Afghanistan diskutiert, was teilweise sehr interessant war, aber am Ende des Tages war mein Inputbedarf dann gesättigt.

Dennoch war es eine tolle Gelegenheit, am Programm des Karlspreis teilzunehmen und besonders an der eigentlichen Preisverleihung am Samstag im Aachener Rathaus. Der WDR hat die Zeremonie live übertragen und im Vorfeld hatten wir auch die Möglichkeit am Gottesdienst zu Ehren von Herrn Ionnais im Aachener Dom teilzunehmen. Hier kannst du dir die Preisverleihung in der WDR Mediathek anschauen.

Nach dem wortwörtlich krönenden Abschluss ging es dann für alle nach Hause. Zum Glück gibt es Instagram, Facebook und Co., sodass es nicht allzu schwer ist, mit den Menschen und ihren Projekten in Kontakt zu bleiben. Der Rückweg von Aachen nach Grenoble entpuppte sich dann allerdings noch als schwieriger als gedacht, da die erste Ansage im Aachener Bahnhof war, dass wir aufgrund technischer Störungen nicht nach Belgien fahren können. Schlussendlich musste ich dann eine Nacht in Brüssel übernachten, aber bin am nächsten Tag mit einem Rucksack voller interessanter Begegnungen und schöner Erinnerungen in Grenoble angekommen.

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